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HOSOO ist ein Meister der Oberton-Gesangstechnik "Höömii", auch Kehlkopfgesang genannt. Die Besonderheit dieser Technik besteht darin, dass der Sänger gleichzeitig zwei Töne hervorbringt: Einen langgedehnten summenden Grundton, über welchem sich die Melodie zu großen Höhen erhebt. Es können sogar bis zu dreistimmige Harmonien gesungen werden.


Die älteste Quelle für mongolische Gesangskunst ist die inoffizielle Chronik »Geheime Geschichte der Mongolen«, die in der Zeit der mongolischen Imperiums-Bildung entstand (1240). Hier finden wir viele Beispiele der mongolischen Volksdichtung, Bruchstücke epischer Heldengesänge und zahlreiche Hochzeits-, Lob-, Preis- und Klagelieder (Ernst Emsheimer). Der Weltreisende Carpini schrieb in seinem Reisebericht über die Gesangsfreudigkeit der Mongolen, daß sie nach ein oder zwei Tagen ohne Nahrung nicht ungeduldig wurden, sondern sangen und spielten, als hätten sie die beste Mahlzeit genossen (Risch 1930, S.90). Ebenso war ihre Freude an musikalischen Gelagen recht groß. So schreibt der Historiker Juwaini, daß Dschingis Khan nach der Eroberung von Buchara (1220) die Weinbecher kreisen lies und nach den Sängerinnen der Stadt schickte, damit sie singen und tanzen, während die Mongolen ihre eigenen Gesänge zu den Melodien erhoben (Boyle 1958, S.104).

Im 13. Jahrhundert hatten die großen Khane ihre eigenen Sänger, die ihren Khan priesen und Epengesänge und Lobeshymnen über die mongolische Heimat, deren Natur und das Leben des Volkes sangen.

In der westmongolischen Legende wird über Menschen erzählt, die Geräusche der Natur nachahmten. Und der Dominikanermönch André Longjumeau verglich den Gesang der Mongolen mit dem Heulen der Wölfe, weil sich die Eigenart des mongolischen Klang- und Singstils beträchtlich von dem damaligen abendländischen unterschied.

Die Mongolen beschäftigten sich als nomadische Stämme vorrangig mit Jagd und Viehzucht. So setzten sie sich tagein und tagaus mit den Elementarkräften und Naturgewalten auseinander und waren gleichzeitig eng mit ihnen verbunden. Denn nur ein geschickter, respektvoller Umgang mit der Natur sicherte ihnen das Wohlwollen aller sichtbaren und unsichtbaren Kräfte. Die Mongolen begegnen der Natur mit großer Achtung und Verehrung. Ihnen sind die Erde, die Berge und die Flüsse heilig und sie leben im vollendeten Einklang mit der Natur. Der berühmte westmongolische Epenerzähler Avirmed sagte: »Dieses Volk, das beim Verehren der Hochgebirge singend und Ode und Epen erzählend feierte, ist der Pfad der altertümlichen Menschen, die die Feuer verehrten und den Jagdhimmel anriefen«.